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DIN informiert

Die Globalisierung fasst auch im Bereich der Normung Fuß. Was gestern galt, ist heute nicht mehr die aktuelle Vorgehensweise. Produzenten setzen immer mehr Europäische bzw. ISO-Normen ein. Der Normenschwerpunkt verlagert sich nach Asien. Hier sind Korea, Japan und China die Global Player. Wenn wir in Zukunft unsere Standards beibehalten oder ausbauen wollen, gilt es die Bereiche CEN (Europa) und ISO weiter zu forcieren.

Der Block „DIN informiert“ gibt Einblicke in die Arbeit des Arbeitskreises „Chemische und elektrochemische Überzüge“ und zeigt aktuelle Probleme sowie Perspektiven auf. Ziel ist es, die Komplexität der Normungsbandbreite aufzuzeigen.

In vier Vorträgen werden die DIN 50940-1, DIN 50969-3, DIN EN ISO 9717 und die DIN EN ISO 19598  vorgestellt.

Dr.-Ing. Jens Riedel – Bestimmung der inhibierenden Wirkung von Beizhibitoren – DIN 50940-1. Hemmung des Materialabtrages bei Eisenwerkstoffen

Beizprozesse sind elementarer Bestandteil in der Vorbehandlung von Beschichtungsprozessen. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Vorbehandlung von Stahlteilen z.B. in Verzinkungsprozessen. In der Vergangenheit waren Anwender und Entwickler in der Bewertung der Wirkung von Beizprozessen auf ihre hausinternen Prüfvorschriften angewiesen. Dieses stellte sowohl die Chemiefachfirmen als auch die Anwender vor die Herausforderung eine gemeinsame Bewertungsbasis ihrer Produkte bzw. Prozesse zu finden. Mit der DIN 50940 Teil 1 soll eine Basis geschaffen werden, mit der Anwender und Entwickler Prozessparameter definieren können, um die notwendige Hemmwirkung von Beizbädern (Metallauflösung) festzulegen.

Im Rahmen des Vortrages soll die Entstehung der DIN 50940 Teil 1 skizziert werden. Es wird ein Einblick gegeben, welche Schritte notwendig sind, um die formulierte Zieldefinition bis zum Normenentwurf umzusetzen. Des Weiteren wird im Vortrag auf inhaltliche Aspekte der Norm eingegangen und die Hemmwirkung von Beizinhibitoren und deren Prüfung kurz umrissen. Im zweiten Teil des Vortrages wird ein Ausblick auf Teil 2 dieser Normenreihe gegeben, welcher mit dem Ziel entstehen soll, Beizprozesse bezüglich ihres Gefährdungspotentials im Zusammenhang mit der Wasserstoffversprödung zu beschreiben.

Hardy Wietzoreck – Metallische und andere anorganische Überzüge – Phosphatüberzüge auf Metallen DIN EN ISO 9717 (2016). Vorstellung der Hauptbestandteile der Norm

Ziel der DIN EN ISO 9717 ist die Beschreibung und Nomenklatur der verschiedenen Phosphatschichten für die unterschiedlichen Anwendungsgebiete. Dies sind z. B. Korrosionsschutz, Lackhaftung, Umformung und Reibung. Neben der optischen Beurteilung der erzeugten Phosphatschichten werden auch die unterschiedlichen Arten von Phosphatschichten (enthaltenen Elemente) und die geforderten Schichtgewichte festgelegt. In den Anhängen der Norm werden die verschiedenen Prüf- und Analysenmethoden angegeben.

Benjamin Kröger – Vermeidung fertigungsbedingter wasserstoffinduzierter Sprödbrüche bei hochfesten Bauteilen aus Stahl – DIN 50969-3. Nachträglich betriebsbedingte Einflüsse und erweiterte Prüfungen

Diese Norm legt Methoden und Verfahren zur Beurteilung des Wasserstoff-Gefährdungspotenzials und zum Nachweis einer vorliegenden Sprödbruchgefährdung bei der Korrosionsbelastung von Bauteilen mit Überzügen und bei Feuerverzinkung hochfester Bauteile aus Stahl fest. Sie beschreibt standardisierte Prüfmethoden, die hinsichtlich der Wasserstoffversprödung bei Korrosionsbelastung „kritische“ Werkstoff/ Beschichtungskombinationen/ Umgebungsbedingungen identifizierten, insbesondere bei Festigkeiten der Werkstoffe oberhalb von 1.200 MPa.

Ein Vorentwurf für diese DIN erscheint demnächst.

Karl Morgenstern – Metallische Überzüge – Galvanische Zink- und Zinklegierungsüberzüge auf Eisenwerkstoffen mit zusätzlichen Cr(VI)-freien Behandlungen DIN EN ISO 19598

Diese Norm ist neu erschienen und ersetzt die DIN 50979. Sie gilt für galvanisch abgeschiedene und Cr(VI)-frei passivierte Zinküberzüge und Zinklegierungsüberzüge auf Eisenwerkstoffen. Die Zinklegierungsüberzüge enthalten als Legierungselement Nickel oder Eisen (bezeichnet als Zink/Nickel- oder Zink/Eisenüberzüge). Hauptzweck der Überzüge oder Überzugssysteme ist der Korrosionsschutz von Bauteilen aus Eisenwerkstoffen.